Smart Dispatch · Geldautomaten-Service DACH

Funktionsübersicht & Funktionsbeschreibung (MVP)

Stand: 2026-06-20 Status: Entwurf zur Abstimmung Zweck: Prozessprüfung

Fachliche Funktions- und Prozessbeschreibung zur Prüfung des Ablaufs.

Kontext

Ziel: Ein Tool, das Einsatzleiter bei der Koordination von Servicetechnikern unterstützt — konkret für die Reparatur von Geldautomaten (Diebold/Diebold Nixdorf), zugeschnitten auf den DACH-Markt.

Marktlücke: Diebold Nixdorf liefert mit der AllConnect Data Engine bereits exzellente Diagnose-Signale (remote: was ist defekt, welcher Skill nötig, welches Ersatzteil, wie lange dauert es). Was fehlt, ist die Dispositions- und Entscheidungsschicht darüber — das interne DN-System („WAS") gilt als veraltet. Genau hier setzt Smart Dispatch an: die DACH-getunte Leitstand-Software, die aus „was ist kaputt" das optimale „wer fährt wann wohin" macht.

Zweck dieses Dokuments: Damit ein Diebold-Insider prüfen kann, ob der Prozess so stimmt. Technik nur als kurzer Anhang.

Leitprinzip: Jeder Prozessschritt ist ein „Man-in-the-Middle"-Gate mit Schalter manuell | automatisch, einstellbar pro Kunde × pro Störungsart. Konservativer Start (alles manuell) → schrittweise Automatisierung bei wachsendem Vertrauen.

1. Funktionsübersicht

1.1 Kernprozess (der „rote Faden" eines Tickets)

#ProzessschrittWas passiertAuto/Manuell-Gate
1StörungsannahmeTicket geht ein (E-Mail-zu-Ticket, später API/Telemetrie)– Eingang
2Klassifizierung & TriageStörungsart, Priorität, SLA-Zuordnung, Bargeld- vs. Technik-Störung
3BedarfsprüfungWelcher Skill nötig? Muss Hardware/Ersatzteil bestellt werden?
4Technikerauswahl (Disposition)Skill-Match + Nähe (GPS) + Verfügbarkeit + SLA-Dringlichkeit → Ranking
5Zuweisung & VersandTicket an gewählten Techniker senden, Annahme/Ablehnung
6Ersatzteil-/HardwarebeschaffungBei Bedarf bestellen; SLA pausiert bis Material da
7Terminvereinbarung mit DrittenKunde/Hausmeister/externer Dienstleister → SLA-Stopp
8Durchführung & RückmeldungTechniker arbeitet, meldet „erledigt" + Nachweis– Techniker
9Abschluss & SLA-BewertungTicket schließen, SLA eingehalten/verletzt protokollieren

1.2 Unterstützende MVP-Funktionen (das Nötigste)

BereichFunktion
StammdatenTechniker-Stammdaten (inkl. Skills/Zertifikate), Kunden-/Standort-/Geräte-Stammdaten (welcher Automat steht wo)
KonfigurationAutomatisierungs-Matrix (Kunde × Störungsart × Schritt → manuell/automatisch), SLA-Regeln, Skill-Katalog
LeitstandDispatcher-Dashboard mit Ticket-Liste, Status-Board und Karte (Techniker- & Auftragsstandorte)
TechnikerMobile Ansicht: zugewiesene Tickets, Status setzen, Termin/„erledigt" melden, Foto/Unterschrift
SLASLA-Uhr mit Start/Stopp/Pause, Eskalation bei drohender Verletzung
GPSStandort der Techniker im Dienst — DSGVO-/Betriebsrat-konform (Privatmodus, nur Dienstzeit, kurze Aufbewahrung)
BenachrichtigungTicket-Zuweisung, Statuswechsel, Eskalation (an Techniker & Einsatzleiter)
ProtokollLückenlose Historie pro Ticket (wer/wann/was, Auto vs. manuell entschieden)
RollenEinsatzleiter/Dispatcher, Techniker, Admin

1.3 Bewusst NICHT im MVP (spätere Ausbaustufen)

Telemetrie-/XFS-Auto-Ticketing Automatische Routenoptimierung (VRP-Engine) Predictive Ersatzteildisposition & Van-Lagerbestand DN-Data-Engine-Anbindung E-Rechnung (ZUGFeRD/XRechnung) Subunternehmer-Portal Predictive Maintenance

Hier nur benannt, damit erkennbar ist: bewusst weggelassen, nicht vergessen.


2. Funktionsbeschreibung (Kernprozess im Detail)

Querschnitt: Das „Man-in-the-Middle"-Gate

Jeder mit ✔ markierte Schritt durchläuft vor Ausführung dasselbe Muster:

  1. System ermittelt aus Kunde + Störungsart die hinterlegte Einstellung (manuell oder automatisch).
  2. automatisch → System führt den Schritt aus und protokolliert Ergebnis + Begründung; Einsatzleiter kann nachträglich korrigieren.
  3. manuell → System bereitet eine Empfehlung mit Begründung auf (z. B. Techniker-Ranking) und legt sie dem Einsatzleiter zur Bestätigung/Änderung vor.

So bleibt der Prozess identisch — nur der „Daumen drauf" ist pro Kunde/Störungsart umschaltbar. Standard bei Einführung: alles manuell.

Schritt 1 — Störungsannahme Eingang

Schritt 2 — Klassifizierung & Triage Gate

Schritt 3 — Bedarfsprüfung Gate

Schritt 4 — Technikerauswahl / Disposition Gate · Herzstück

Das System bewertet die in Frage kommenden Techniker und erstellt ein begründetes Ranking anhand:

Ergebnis: sortierte Liste „bester Techniker zuerst" mit nachvollziehbarer Begründung.
Automatik: System wählt Platz 1. Manuell: Einsatzleiter wählt aus dem Ranking.

Schritt 5 — Zuweisung & Versand Gate

Schritt 6 — Ersatzteil-/Hardwarebeschaffung Gate · bedingt

Schritt 7 — Terminvereinbarung mit Dritten Gate · bedingt

Schritt 8 — Durchführung & Rückmeldung Techniker

Schritt 9 — Abschluss & SLA-Bewertung Gate


3. Unterstützende Funktionen (MVP-Detail)

4. Technischer Anhang (kurz)

5. Offene Punkte zur Klärung mit dem Diebold-Kontakt

  1. Stimmt die FLM/SLM-Logik (First-/Second-Line) mit dem realen Diebold-Prozess in DACH überein — und sollte sie schon im MVP abgebildet werden?
  2. Wie kommen Tickets real rein — nur E-Mail oder gibt es ein vorgelagertes System (Vynamic View / Data Engine), an das wir später andocken?
  3. Welche Störungsarten und SLA-Stufen sind die häufigsten (für sinnvolle Default-Vorlagen)?
  4. Wird mit Subunternehmern gearbeitet (→ beeinflusst spätere Ausbaustufe)?
  5. Ist das Vier-Augen-Prinzip bei Bargeldfächern dispositionsrelevant (zwei Personen zu einem Auftrag)?